Die zivilberufliche Zukunft für SaZ

Die zivilberufliche Zukunft für SaZ

Fit für die Zukunft.

Starten Sie frühzeitig mit der Planung Ihrer zivilberuflichen Karriere. Im Interview mit Markus Krämer, Referatsleiter beim Deutschen BundeswehrVerband, wollen wir klären, wie es um die zivilberufliche Zukunft unserer Zeitsoldatinnen und -soldaten bestellt ist.

 

Herr Krämer, wie beurteilen Sie eigentlich die generelle Situation für Soldaten am freien Arbeitsmarkt?

Krämer: Jedes Jahr verlassen derzeit ca. 20.000 Soldatinnen auf Zeit und Soldaten auf Zeit (SaZ) die Bundeswehr und stehen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Vom Offizier bis zum Mannschaftssoldaten, vom Akademiker bis zum Hauptschulabgänger: Die Soldatinnen und Soldaten, die im Regelfall im Alter zwischen 25 und Ende 30 aus dem aktiven Dienst

Markus Krämer | Deutscher BundeswehrVerband

Markus Krämer | Deutscher BundeswehrVerband

ausscheiden, verfügen über die verschiedensten militärischen und beruflichen Qualifikationen. So haben sich viele im Laufe ihrer militärischen Tätigkeit Stärken angeeignet, die sie auszeichnen. Zum einen lässt sich feststellen, dass Soldaten darin Erfahrung haben, in einer großen Organisation zurechtzukommen. Zum anderen werden sie sehr früh mit einer hohen materiellen Verantwortung und mit Führungsaufgaben gegenüber anderen Soldatinnen und Soldaten betraut. Durch die in der Bundeswehr herrschende Auftragstaktik sind Soldatinnen und Soldaten es gewohnt, entscheidungsorientiert und zielorientiert zu handeln. Kerneigenschaften wie Disziplin, Loyalität, Pünktlichkeit, hohes Engagement, Durchhaltefähigkeit, Belastbarkeit, Lernbereitschaft und starke soziale Kompetenz runden das Bild des Soldaten als Bewerber ab.

Das ist zunächst die positive Seite der Medaille. Aber was erwartet die Soldatinnen und Soldaten vor dem Kasernentor, also nach der Bundeswehrzeit?

Krämer: Die Situation außerhalb der Kaserne beschreibt die Bundesagentur für Arbeit monatlich anhand der Arbeitslosenzahlen, die zunächst auf die Soldatinnen und Soldaten erschreckend wirken. Das Wort Vollbeschäftigung ist zwar wieder im Wortschatz einiger Politikerinnen und Politiker zu finden, jedoch sind wir davon immer noch weit entfernt. So liegt die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen bei ca. 3 Millionen.

Und was haben diese Zahlen nun mit den SaZ zu tun?

Krämer: Auf den ersten Blick zunächst nichts. Durch das Dienstverhältnis hat man sich für eine begrenzte Zeit dem unsicheren Arbeitsmarkt entzogen. Sollte man zu den SaZ gehören, deren Antrag zur Übernahme in ein längerfristiges Dienstverhältnis eines Berufssoldaten oder einer Berufssoldatin angenommen wurde, ist man für sein Berufsleben dauerhaft versorgt und abgesichert.

Aber alle anderen Zeitsoldatinnen und Zeitsoldaten stehen auf der Straße?

Krämer: Spätestens am letzten Tag der festgesetzten Dienstzeit, an dem sich das Kasernentor schließt, sind sie mit der Arbeitsmarktsituation konfrontiert. Kein Spieß, kein Chef und kein Kommandeur sagen, wo das nächste Arbeitsverhältnis aufzunehmen ist. Die Fürsorge der militärischen Vorgesetzten ist nun vorbei. Dieser besonderen Situation müssen sich die SaZ bewusst sein, denn die i.d.R. 4 bis 5 Jahre aktiver Dienst sind ja nur ein kleiner Teil des gesamten Erwerbslebens, geht man von 67 Jahren als heutigem Rentenalter aus. Nach der Bundeswehrzeit warten also noch mehr als 30 Jahre Berufsleben auf viele SaZ!

Das ist eine lange Zeit. Was raten Sie konkret den ausscheidenden Soldatinnen und Soldaten?

Krämer: Unsere Soldatinnen auf Zeit und Soldaten auf Zeit sollten sich schon während der Dienstzeit rechtzeitig um ihre berufliche Zukunft kümmern. Rechtzeitig heißt in diesem Zusammenhang, dass spätestens zwei Jahre vor Ende der aktiven Dienstzeit bzw. vor einer eventuellen militärischen Freistellung die entscheidenden Weichen gestellt werden müssen. Der erste und wichtigste Ansprechpartner ist der Berufsförderungsdienst (BFD).

Wie orientieren sich diejenigen, bei denen das zivile Leben vor der Tür steht?

Krämer: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten für die Soldatinnen und Soldaten, ihre Ansprüche auf Berufsförderung zu nutzen. Bereits während der Dienstzeit werden schulische, allgemein- sowie fachberufliche Bildungsmaßnahmen angeboten. Gegen Ende, spätestens nach der Dienstzeit, wird den Soldaten die Zeit gegeben, die sie für ihre schulische und berufliche Bildung brauchen, ganz zu schweigen von den Fördergeldern, von denen diese Weiterbildungen bezahlt werden.

Weiterbildungen sind heute unabdingbar notwendig!— Markus Krämer

Ohne Weiterbildung geht es gar nicht, oder?

Krämer: Nein, Weiterbildungen sind heute unabdingbar notwendig, da sich die Berufs- und Tätigkeitsfelder in einem ständigen und rasanten Wandel befinden. Viele Arbeitgeber erwarten das auch von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Besonders die SaZ, die sich häufig über viele Jahre nicht in ihrem ursprünglichen beruflichen Umfeld bewegt haben, müssen sich sozusagen durch Weiterbildungen wieder „updaten“.

Herr Krämer, Sie sind im Deutschen BundeswehrVerband. Wie machen Sie sich stark für unsere Staatsbürger in Uniform?

Krämer: Ein Anliegen des Deutschen BundeswehrVerbandes (DBwV), der Interessenvertretung der Soldaten der Bundeswehr mit ca. 200.000 Mitgliedern, ist es, die SaZ gut informiert und zielgerichtet auf dem Arbeitsmarkt zu platzieren. Dabei sind mehrere Akteure beteiligt: die Bundeswehr, insbesondere durch den BFD, die Agenturen für Arbeit, Kammern und andere Ausbildungs und Berufsberatungszentren wie beispielsweise TÜV Rheinland. Zusätzlich zur kontinuierlichen Verbesserung der rechtlichen Grundlagen der Versorgung und Berufsförderung für die SaZ ist es unsere Zielsetzung, die ausscheidenden SaZ und die Wirtschaft noch stärker zusammenzuführen als in der Vergangenheit. Insbesondere muss die Wirtschaft, die bisher teilweise keine Erfahrungen mit ehemaligen Soldatinnen und Soldaten gemacht hat, von den Stärken des potenziellen Arbeitnehmers Soldat überzeugt werden. Bundeswehr und Wirtschaft müssen daher noch stärker zusammenfinden und kooperieren.

Für Ihre Aufgaben wünschen wir Ihnen weiterhin viel Erfolg. Haben Sie noch ein Schlusswort für unsere Leser?

Krämer: Allen Soldatinnen auf Zeit und Soldaten auf Zeit ist zu wünschen, dass die Eingliederung erfolgreich verläuft und ihre beruflichen Wünsche in Erfüllung gehen!

 

Ihr Einstieg ins zivile Berufsleben beginnt hier: www.tuv.com/bundeswehr.

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