Vom Flüchtlingslager zum Fachlageristen

Vom Flüchtlingslager zum Fachlageristen

Positive Erfahrungen mit Geflüchteten in der Weiterbildung

Seit Juli 2016 führt die TÜV Rheinland Akademie in Dresden Bildungsmaßnahmen mit Geflüchteten durch, um sie auf das Berufsleben in Deutschland vorzubereiten. Neben einem Deutsch-Intensiv-Kurs lernen die Teilnehmer verschiedene Stationen, wie Lagerwirtschaft und Metallverarbeitung, in praktischen Erprobungen kennen.

Daniel Goersch von der TÜV Rheinland Akademie in Dresden ist von seinen 18 Teilnehmern begeistert: „Sie haben eine extreme Lernbereitschaft, geben nicht auf und lernen schnell dazu.“ Normalerweise bringt Goersch im Rahmen von Qualifizierungsmaßnahmen Arbeitssuchenden Fertigkeiten in der Lagerwirtschaft bei, sodass diese Maßnahmen meist mit einer IHK-Prüfung zum Fachlageristen oder Fachkraft für Lagerlogistik enden.

Dieses Mal sind die Teilnehmer in seinem Übungslager Geflüchtete aus unterschiedlichen Kulturen und Ländern; Iran, Irak und Eritrea. Dabei ist die Gruppe stark heterogen; manche sind erst seit zwei Monaten, andere bereits seit mehr als drei Jahren in Deutschland. Entsprechend unterschiedlich ist das Sprachniveau.

Daniel Goersch, TÜV Rheinland Akademie Dresden

Daniel Goersch, verheiratet, Vater von 2 Kindern, ist seit 2013 bei der TÜV Rheinland Akademie Dresden als Ausbilder für die Lagerlogistik angestellt und zusätzlich als Sicherheitsbeauftragter zuständig. Ehrenamtlich ist er im IHK-Prüfungsausschuss tätig. Über 70 Teilnehmer hat er bereits bis zum Abschluss begleitet.

Am Anfang steht der Deutsch-Intensiv-Kurs

Um alle auf einen Kenntnisstand zu bringen, begann die Maßnahme mit einem Deutsch-Intensiv-Kurs, bei dem neben dem gegenseitigen Kennenlernen auch die wichtigsten Begriffe für das Übungslager und die Sicherheitsvorschriften standen. Klar, ein Schweißgerät kann bei falscher Bedienung ein Sicherheitsrisiko darstellen. Aber auch in der Lagerwirtschaft ist es wichtig, Begriffe wie „Sicherheitsmesser“ oder „Abroller“ zu kennen.

Goersch verrät, dass er zum gegenseitigen Verständnis sein Übungslager und die verschiedenen Materialien zuvor mit Schildern ausgestattet hat, damit die Teilnehmer sich die Begriffe besser einprägen können. Auch gegenseitiges Ansprechen wird durch Namensschilder vereinfacht. Um besonders viel voneinander zu lernen, teilte er die Gruppe in Zweierteams mit unterschiedlichen Sprachniveaus auf. Dabei durchliefen alle Teilnehmer sechs verschiedene Stationen, vom Wareneingang, über die Qualitätssicherung bis zu Umlagerung. Bereits nach der ersten Woche wurden die Aufgaben durch die Teilnehmer weitestgehend selbstständig erledigt. Goersch ist besonders von der hohen Eigeninitiative und dem akribischen Vorgehen der Teilnehmer beeindruckt.

 

Erste Perspektiven für den Arbeitsmarkt

Die Maßnahme dauerte bis Ende Juli und hatte zum Ziel, den Geflüchteten eine erste Perspektive für den deutschen Arbeitsmarkt aufzuzeigen. „Die meisten möchten im Lager weiterarbeiten“ berichtet Goersch. In der Region Dresden gibt es zahlreiche potenzielle Arbeitgeber, die nach entsprechenden Fachkräften suchen und zu denen die TÜV Rheinland Akademie Dresden enge Kontakte pflegt.

Goersch resümiert, dass er dankbar für die Erfahrung sei, „die Teilnehmer waren alle super freundlich, sie arbeiteten sehr genau und gaben nicht auf“. Er würde sich freuen, den ein oder anderen Teilnehmer auf seinem Weg zum Fachlageristen weiterhin zu begleiten.

 


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