Wichtige Änderungen im BKrFQG

Wichtige Änderungen im BKrFQG
© gilleslougassi/ iStock.com

Zu Beginn des Jahres verabschiedete das Europäische Parlament und der Rat über Fahrtenschreiber im Straßenverkehr eine wesentliche Änderungen im BKrFQG (Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz). Die Anpassungen im Gesetz haben nicht nur Auswirkungen auf Verkehrsunternehmen, sondern auch auf Bildungseinrichtungen.

Mit dem Wirksamwerden der VO EU Nr. 165/2014 am 2. März 2016 sind zwei wesentliche Änderungen in Kraft getreten. Zum einen besteht seitens des Verkehrsunternehmers eine Schulungs- und Unterweisungspflicht gemäß Artikel 33, Absatz 1. haben. Zum anderen wird es Einfluss auf die Überwachung der Ausbildungsstätten geben. Was dies im Detail bedeutet, sagt Ihnen Frau Dagmar Sturm, Business Managerin im Bereich Transport & Logistik.

 

Frau Sturm, dass es Änderungen im BKrFQG gab haben wir bereits erfahren, aber was heißt dies im konkreten?
Dagmar Sturm: Mit Änderung des Gesetzes haben Verkehrsunternehmer dafür Sorge zu tragen, dass ihre Fahrer hinsichtlich des ordnungsgemäßen Funktionierens des Fahrtenschreibers geschult und unterwiesen werden, unabhängig davon, ob die Fahrtenschreiber analog oder digital sind.

Dagmar Sturm | Business Managerin Bereich Transport & Logistik

Dagmar Sturm | Business Managerin Bereich Transport & Logistik

Was denken Sie, welche Auswirkungen wird die Änderung mit sich bringen?
Dagmar Sturm:
Ich kann mir gut vorstellen, dass sich mit der Änderung im Fahrpersonalrecht der Markt in diesem Themengebiet ein bisschen beleben wird. Bildungseinrichtungen, wie beispielsweise wir als TÜV Rheinland Akademie, müssen im Zuge dessen, in Zukunft Schulungen zum Umgang mit dem Digitalen Tachographen verstärkt fokussieren und anbieten.

Neben den Änderungen für den Verkehrsunternehmer, ergaben sich auch Neuerungen für Bildungseinrichtungen. Was wird sich für sie als Bildungsanbieter ändern?
Dagmar Sturm: Die aktuelle Änderung des Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetzes nimmt ebenso Einfluss auf die Überwachung der Ausbildungsstätten und auf die Fortbildung des Lehrpersonals für die Schulung der Weiterbildungsmodule für Berufskraftfahrer. Das bedeutet, die Änderung soll die Qualität der Berufskraftfahrerqualifizierung sichern und den Missbrauch verhindern. Wichtige praktische Fortbildungsmaßnahmen wie Ladungssicherung, Fahrsicherheit, Schadensprävention und auch Fahrertrainings zum kraftstoffsparenden Fahren rücken immer weiter in den Fokus. Es betrifft also alle Themenbereiche, die in der täglichen Fahrerpraxis Anwendung finden und somit nicht nur theoretisch relevant sind. Es ist ein großer Unterschied, ob man etwas nur theoretisch erlernt, oder praktisch umsetzt. Die Weiterbildungsmodule lt.  BKrFQG sind reine Theoriemodule, die in 7 Zeitstunden behandelt werden, ohne dass eine Prüfung im Anschluss erfolgt. Eigentlich müssten alle Fahrer mittlerweile auf dem gleichen Ausbildungsstand sein, was beispielsweise die Ladungssicherung angeht, sind sie aber nicht.

Wie sehen Sie die Entwicklung des Marktes in Zukunft?
Dagmar Sturm: Der Markt wird sich in Zukunft mit der fortschreitenden Digitalisierung ändern. Neben der heute bereits vorhandenen Telematik, werden neue Arbeitsprozesse und damit neue Anforderungen an Berufskraftfahrer entstehen, welche einen entsprechenden permanenten Schulungsbedarf implizieren werden.

 

 

Mehr zu unseren Qualifizierung gemäß Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz (BKrFQG) finden Sie unter www.tuv.com/Qualifizierung_BKrFQG

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1 Comment

  • Jan Ebeling
    6. November 2016, 18:38

    Hallo,
    Ihre Antworten beziehen sich auf die Änderungen, bzw. auf die Teile der VO EU Nr.165/2014 die im Jahr 2015 bzw. 2016 in Kraft getreten sind.
    Die Änderungen im BKrFQG sind doch andere, bzw. noch nicht in Kraft getreten.

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